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KorrosionsschutzCorrosion ProtectionOchrona przed korozją

PSPC für Ballasttanks: Der IMO-Beschichtungsstandard für Wasserballasttanks PSPC für Ballasttanks: Der IMO-Beschichtungsstandard für Wasserballasttanks PSPC für Ballasttanks: Der IMO-Beschichtungsstandard für Wasserballasttanks

Was der IMO-Standard PSPC für Beschichtungen in Ballasttanks vorschreibt, welche Kontrollen er verlangt und wo typische Schwachstellen liegen. Was der IMO-Standard PSPC für Beschichtungen in Ballasttanks vorschreibt, welche Kontrollen er verlangt und wo typische Schwachstellen liegen. Was der IMO-Standard PSPC für Beschichtungen in Ballasttanks vorschreibt, welche Kontrollen er verlangt und wo typische Schwachstellen liegen.

5 Min. Lesezeit min read min czytania  · 2026-07-31

Wasserballasttanks gehören zu den korrosionskritischsten Bereichen eines Schiffs: geflutet und wieder leergepumpt, dem Wechsel aus Salzwasser und feuchter Luft ausgesetzt, schlecht belüftet und für Nachbesserungen kaum zugänglich, sobald das Schiff einmal im Dienst ist. Genau für diesen Bereich hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO mit dem Performance Standard for Protective Coatings, kurz PSPC, einen eigenen, deutlich strengeren Beschichtungsstandard geschaffen.

PSPC geht in vielen Punkten über die allgemeinen Vorgaben der Korrosionsschutznormen hinaus, weil ein Versagen der Beschichtung in einem Ballasttank kaum wirtschaftlich zu reparieren ist, solange das Schiff in Fahrt bleibt. Für Werften, Reedereien und Instandhalter lohnt sich deshalb ein genauer Blick darauf, was der Standard konkret verlangt.

Hintergrund und Geltungsbereich der IMO-Entschließung

Der Performance Standard for Protective Coatings wurde von der IMO mit der Entschließung MSC.215(82) verabschiedet und gilt für dedizierte Wasserballasttanks sowie für den Doppelseitenraum von Bulkcarriern. Anlass war die Erfahrung, dass ein erheblicher Teil struktureller Schäden und Klassefeststellungen an Schiffen auf versagende oder von Anfang an unzureichend ausgeführte Ballasttankbeschichtungen zurückgeht.

Der Standard richtet sich in erster Linie an Neubauten, wurde aber in der Praxis auch zum Referenzmaßstab für hochwertige Instandsetzungen und Neubeschichtungen bestehender Tanks. Er beschreibt nicht nur Anforderungen an das Beschichtungssystem selbst, sondern auch an die Bauteilgestaltung, die Ausführungsqualität und die begleitende Dokumentation während der Bauzeit.

Im Kern verfolgt PSPC einen einfachen Gedanken: Eine Beschichtung, die in einem später unzugänglichen Tank versagt, verursacht ungleich höhere Folgekosten als eine sorgfältige, aber aufwendigere Ausführung während des Neubaus oder einer geplanten Dockung.

Anforderungen an das Beschichtungssystem

PSPC schreibt für Ballasttanks ein mehrschichtiges Epoxid-Beschichtungssystem mit einer definierten nominellen Trockenschichtdicke vor und verlangt zusätzlich eine helle Deckfarbe, damit spätere Inspektionen Schäden, Rostnarben oder Kantenkorrosion leichter erkennen können als auf einer dunklen Fläche.

Für die Abnahme gilt ein statistisches Prinzip: Die gemessene Schichtdicke muss über die Fläche verteilt im Mittel den geforderten Zielwert erreichen, wobei einzelne Messwerte in engen Grenzen nach unten abweichen dürfen, ohne dass die Fläche automatisch als mangelhaft gilt. Systematisch zu dünne Bereiche, insbesondere an Kanten und Schweißnähten, führen dagegen zur Nachbesserung.

Ergänzend zur Vollflächenbeschichtung verlangt der Standard eine zusätzliche Streifenbeschichtung an Kanten, Ecken und Schweißnähten, weil dort die reguläre Applikation erfahrungsgemäß dünner ausfällt als auf der ebenen Fläche.

Bauteilgestaltung: Kanten und Schweißnähte als Ausgangspunkt

PSPC setzt bereits bei der konstruktiven Gestaltung an, nicht erst bei der Beschichtung selbst. Scharfe Kanten an Stahlprofilen und Ausschnitten lassen sich mit einer Beschichtung kaum dauerhaft schützen, weil die Oberflächenspannung des Materials an solchen Stellen zu einer dünneren Schichtbildung führt. Der Standard verlangt deshalb, dass Kanten in Ballasttanks vor der Beschichtung gebrochen oder abgerundet beziehungsweise durch mehrfaches Schleifen entschärft werden.

Schweißnähte müssen frei von scharfen Graten, Spritzern und Poren sein, bevor die Beschichtung aufgebracht wird. Auch hier gilt: Unregelmäßigkeiten, die während der Konstruktion oder Fertigung entstehen, lassen sich später kaum durch eine dickere Beschichtung ausgleichen, sondern müssen mechanisch nachbearbeitet werden.

Diese Anforderungen an die Bauteilgeometrie sind einer der Gründe, warum PSPC nicht allein als Beschichtungsvorschrift, sondern als durchgängiges Qualitätskonzept für die gesamte Tankstruktur verstanden werden sollte.

Ausführung und Kontrolle während Bau und Reparatur

Der Standard verlangt eine kontinuierliche Kontrolle der Applikationsbedingungen: Umgebungstemperatur, Stahltemperatur, relative Luftfeuchtigkeit und der Abstand der Bauteiltemperatur zum Taupunkt müssen während der gesamten Beschichtungsarbeit erfasst werden, weil Kondensation auf der frisch beschichteten Fläche zu Haftungsproblemen führt.

Zusätzlich sieht PSPC eine unabhängige Inspektion während der Bauphase vor. Diese Kontrolle prüft nicht nur die fertige Beschichtung, sondern begleitet den gesamten Ablauf: Untergrundvorbereitung, Applikation der einzelnen Schichten, Aushärtezeiten zwischen den Arbeitsgängen und die abschließende Schichtdickenmessung.

Für Instandsetzungsprojekte an bestehenden Tanks gilt sinngemäß dasselbe Kontrollniveau, auch wenn die ursprüngliche Baustruktur nicht mehr verändert werden kann. Hier liegt der Schwerpunkt auf einer gründlichen Bestandsaufnahme vor der Neubeschichtung, damit alte Schwachstellen nicht unter der neuen Schicht verschwinden, ohne behoben zu sein.

Das Coating Technical File als Nachweis

Zentrales Dokumentationsinstrument von PSPC ist das Coating Technical File, eine an Bord mitgeführte Sammlung aller relevanten Unterlagen zum Tankbeschichtungssystem. Es enthält unter anderem die Produktspezifikation des Beschichtungssystems, die Aufzeichnungen zur Untergrundvorbereitung, die während der Applikation erfassten Umgebungsbedingungen und die dokumentierten Schichtdickenmessungen.

Für spätere Inspektionen, Klasse-Surveys und Garantieansprüche gegenüber dem Beschichtungshersteller ist dieses Dossier die zentrale Referenz. Fehlt es oder ist es unvollständig, lässt sich im Streitfall kaum noch nachvollziehen, ob ein Schaden auf einen Ausführungsfehler oder auf ein grundsätzliches Systemversagen zurückgeht.

Reedereien sollten das Coating Technical File deshalb nicht als reine Ablieferungsformalität behandeln, sondern als lebendiges Dokument pflegen, das auch spätere Ausbesserungen und Neubeschichtungen während der Lebensdauer des Schiffs erfasst.

Typische Schwachstellen an Kanten und Schweißnähten

In der Praxis konzentrieren sich Beschichtungsschäden in Ballasttanks überproportional auf wenige, immer wiederkehrende Bereiche: Steifenkanten, Stufenausschnitte, Schweißnahtübergänge und Bereiche mit eingeschränktem Zugang für die Applikation, etwa enge Ecken zwischen Spanten und Außenhaut.

Diese Stellen sind gleichzeitig die Bereiche, in denen eine unzureichende Streifenbeschichtung oder ein zu grober Kantenschliff am ehesten übersehen werden, weil sie schwerer zu erreichen und zu kontrollieren sind als die freie Fläche. Genau deshalb sieht PSPC für solche Zonen erhöhte Aufmerksamkeit vor, sowohl bei der Bauteilvorbereitung als auch bei der abschließenden Inspektion.

Für die Instandhaltung bedeutet das: Bei jeder Tankbesichtigung sollten diese bekannten Schwachstellen gezielt geprüft werden, statt sich auf eine allgemeine Sichtprüfung der gesamten Fläche zu beschränken.

Bedeutung für Neubau- und Reparaturprojekte

Für Neubauprojekte ist PSPC inzwischen ein etablierter Bestandteil der Baubeschreibung, an dem sich Werft, Beschichtungshersteller und Bauaufsicht gemeinsam orientieren. Für Reparatur- und Instandsetzungsprojekte an älteren Schiffen dient der Standard häufig als Qualitätsmaßstab, auch wenn er formal nicht rückwirkend für den gesamten Tank gilt.

Wer bei einer Ballasttank-Instandsetzung die PSPC-Prinzipien freiwillig anwendet – definierte Kantenbearbeitung, Streifenbeschichtung, dokumentierte Applikationsbedingungen und lückenlose Schichtdickenmessung – erreicht in aller Regel eine deutlich belastbarere Beschichtung als bei einer reinen Instandsetzung nach Sichtbefund.

Angesichts der eingeschränkten Zugänglichkeit von Ballasttanks im späteren Betrieb ist dieser Mehraufwand während einer geplanten Dockung in der Regel wirtschaftlicher als eine vorzeitige Neubeschichtung wenige Jahre später.

Häufige Fragen

Für welche Schiffsbereiche gilt PSPC?

PSPC gilt für dedizierte Wasserballasttanks sowie für den Doppelseitenraum von Bulkcarriern. Der Standard richtet sich primär an Neubauten, wird aber auch als Qualitätsmaßstab bei Instandsetzungen herangezogen.

Warum verlangt PSPC eine helle Deckfarbe im Ballasttank?

Eine helle Farbe erleichtert spätere Inspektionen, weil Schäden, Rostnarben und beginnende Kantenkorrosion auf hellem Untergrund deutlich besser sichtbar sind als auf einer dunklen Fläche.

Warum spielt der Kantenschliff bei PSPC eine so große Rolle?

Scharfe Kanten lassen sich kaum dauerhaft beschichten, weil dort die Schicht systematisch dünner ausfällt. PSPC verlangt deshalb, Kanten vor der Beschichtung zu brechen, abzurunden oder mehrfach zu schleifen.

Was ist das Coating Technical File?

Es ist eine an Bord mitgeführte Dokumentensammlung zum Ballasttank-Beschichtungssystem, die Produktspezifikation, Applikationsbedingungen und Schichtdickenmessungen enthält und als Referenz für spätere Inspektionen und Garantiefragen dient.

Gilt PSPC automatisch auch für Instandsetzungen an älteren Schiffen?

Formal richtet sich der Standard vor allem an Neubauten. In der Praxis wird er bei hochwertigen Instandsetzungen jedoch häufig freiwillig als Qualitätsmaßstab angewendet.

Welche Bereiche eines Ballasttanks sind besonders schadensanfällig?

Steifenkanten, Stufenausschnitte, Schweißnahtübergänge und schwer zugängliche Ecken zwischen Spanten und Außenhaut gehören zu den Bereichen, an denen Beschichtungsschäden überproportional häufig auftreten.

Wie wird die Schichtdicke im Ballasttank kontrolliert?

Die Schichtdicke wird flächig verteilt gemessen und mit einem statistischen Zielwert verglichen. Systematisch zu dünne Bereiche, vor allem an Kanten und Nähten, führen zur Nachbesserung.


Dieser Beitrag gibt einen fachlichen Überblick über den PSPC-Standard und ersetzt nicht die Prüfung der jeweils aktuellen IMO-Entschließung und der zugehörigen Klassevorschriften im konkreten Projekt.

Wasserballasttanks gehören zu den korrosionskritischsten Bereichen eines Schiffs: geflutet und wieder leergepumpt, dem Wechsel aus Salzwasser und feuchter Luft ausgesetzt, schlecht belüftet und für Nachbesserungen kaum zugänglich, sobald das Schiff einmal im Dienst ist. Genau für diesen Bereich hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO mit dem Performance Standard for Protective Coatings, kurz PSPC, einen eigenen, deutlich strengeren Beschichtungsstandard geschaffen.

PSPC geht in vielen Punkten über die allgemeinen Vorgaben der Korrosionsschutznormen hinaus, weil ein Versagen der Beschichtung in einem Ballasttank kaum wirtschaftlich zu reparieren ist, solange das Schiff in Fahrt bleibt. Für Werften, Reedereien und Instandhalter lohnt sich deshalb ein genauer Blick darauf, was der Standard konkret verlangt.

Hintergrund und Geltungsbereich der IMO-Entschließung

Der Performance Standard for Protective Coatings wurde von der IMO mit der Entschließung MSC.215(82) verabschiedet und gilt für dedizierte Wasserballasttanks sowie für den Doppelseitenraum von Bulkcarriern. Anlass war die Erfahrung, dass ein erheblicher Teil struktureller Schäden und Klassefeststellungen an Schiffen auf versagende oder von Anfang an unzureichend ausgeführte Ballasttankbeschichtungen zurückgeht.

Der Standard richtet sich in erster Linie an Neubauten, wurde aber in der Praxis auch zum Referenzmaßstab für hochwertige Instandsetzungen und Neubeschichtungen bestehender Tanks. Er beschreibt nicht nur Anforderungen an das Beschichtungssystem selbst, sondern auch an die Bauteilgestaltung, die Ausführungsqualität und die begleitende Dokumentation während der Bauzeit.

Im Kern verfolgt PSPC einen einfachen Gedanken: Eine Beschichtung, die in einem später unzugänglichen Tank versagt, verursacht ungleich höhere Folgekosten als eine sorgfältige, aber aufwendigere Ausführung während des Neubaus oder einer geplanten Dockung.

Anforderungen an das Beschichtungssystem

PSPC schreibt für Ballasttanks ein mehrschichtiges Epoxid-Beschichtungssystem mit einer definierten nominellen Trockenschichtdicke vor und verlangt zusätzlich eine helle Deckfarbe, damit spätere Inspektionen Schäden, Rostnarben oder Kantenkorrosion leichter erkennen können als auf einer dunklen Fläche.

Für die Abnahme gilt ein statistisches Prinzip: Die gemessene Schichtdicke muss über die Fläche verteilt im Mittel den geforderten Zielwert erreichen, wobei einzelne Messwerte in engen Grenzen nach unten abweichen dürfen, ohne dass die Fläche automatisch als mangelhaft gilt. Systematisch zu dünne Bereiche, insbesondere an Kanten und Schweißnähten, führen dagegen zur Nachbesserung.

Ergänzend zur Vollflächenbeschichtung verlangt der Standard eine zusätzliche Streifenbeschichtung an Kanten, Ecken und Schweißnähten, weil dort die reguläre Applikation erfahrungsgemäß dünner ausfällt als auf der ebenen Fläche.

Bauteilgestaltung: Kanten und Schweißnähte als Ausgangspunkt

PSPC setzt bereits bei der konstruktiven Gestaltung an, nicht erst bei der Beschichtung selbst. Scharfe Kanten an Stahlprofilen und Ausschnitten lassen sich mit einer Beschichtung kaum dauerhaft schützen, weil die Oberflächenspannung des Materials an solchen Stellen zu einer dünneren Schichtbildung führt. Der Standard verlangt deshalb, dass Kanten in Ballasttanks vor der Beschichtung gebrochen oder abgerundet beziehungsweise durch mehrfaches Schleifen entschärft werden.

Schweißnähte müssen frei von scharfen Graten, Spritzern und Poren sein, bevor die Beschichtung aufgebracht wird. Auch hier gilt: Unregelmäßigkeiten, die während der Konstruktion oder Fertigung entstehen, lassen sich später kaum durch eine dickere Beschichtung ausgleichen, sondern müssen mechanisch nachbearbeitet werden.

Diese Anforderungen an die Bauteilgeometrie sind einer der Gründe, warum PSPC nicht allein als Beschichtungsvorschrift, sondern als durchgängiges Qualitätskonzept für die gesamte Tankstruktur verstanden werden sollte.

Ausführung und Kontrolle während Bau und Reparatur

Der Standard verlangt eine kontinuierliche Kontrolle der Applikationsbedingungen: Umgebungstemperatur, Stahltemperatur, relative Luftfeuchtigkeit und der Abstand der Bauteiltemperatur zum Taupunkt müssen während der gesamten Beschichtungsarbeit erfasst werden, weil Kondensation auf der frisch beschichteten Fläche zu Haftungsproblemen führt.

Zusätzlich sieht PSPC eine unabhängige Inspektion während der Bauphase vor. Diese Kontrolle prüft nicht nur die fertige Beschichtung, sondern begleitet den gesamten Ablauf: Untergrundvorbereitung, Applikation der einzelnen Schichten, Aushärtezeiten zwischen den Arbeitsgängen und die abschließende Schichtdickenmessung.

Für Instandsetzungsprojekte an bestehenden Tanks gilt sinngemäß dasselbe Kontrollniveau, auch wenn die ursprüngliche Baustruktur nicht mehr verändert werden kann. Hier liegt der Schwerpunkt auf einer gründlichen Bestandsaufnahme vor der Neubeschichtung, damit alte Schwachstellen nicht unter der neuen Schicht verschwinden, ohne behoben zu sein.

Das Coating Technical File als Nachweis

Zentrales Dokumentationsinstrument von PSPC ist das Coating Technical File, eine an Bord mitgeführte Sammlung aller relevanten Unterlagen zum Tankbeschichtungssystem. Es enthält unter anderem die Produktspezifikation des Beschichtungssystems, die Aufzeichnungen zur Untergrundvorbereitung, die während der Applikation erfassten Umgebungsbedingungen und die dokumentierten Schichtdickenmessungen.

Für spätere Inspektionen, Klasse-Surveys und Garantieansprüche gegenüber dem Beschichtungshersteller ist dieses Dossier die zentrale Referenz. Fehlt es oder ist es unvollständig, lässt sich im Streitfall kaum noch nachvollziehen, ob ein Schaden auf einen Ausführungsfehler oder auf ein grundsätzliches Systemversagen zurückgeht.

Reedereien sollten das Coating Technical File deshalb nicht als reine Ablieferungsformalität behandeln, sondern als lebendiges Dokument pflegen, das auch spätere Ausbesserungen und Neubeschichtungen während der Lebensdauer des Schiffs erfasst.

Typische Schwachstellen an Kanten und Schweißnähten

In der Praxis konzentrieren sich Beschichtungsschäden in Ballasttanks überproportional auf wenige, immer wiederkehrende Bereiche: Steifenkanten, Stufenausschnitte, Schweißnahtübergänge und Bereiche mit eingeschränktem Zugang für die Applikation, etwa enge Ecken zwischen Spanten und Außenhaut.

Diese Stellen sind gleichzeitig die Bereiche, in denen eine unzureichende Streifenbeschichtung oder ein zu grober Kantenschliff am ehesten übersehen werden, weil sie schwerer zu erreichen und zu kontrollieren sind als die freie Fläche. Genau deshalb sieht PSPC für solche Zonen erhöhte Aufmerksamkeit vor, sowohl bei der Bauteilvorbereitung als auch bei der abschließenden Inspektion.

Für die Instandhaltung bedeutet das: Bei jeder Tankbesichtigung sollten diese bekannten Schwachstellen gezielt geprüft werden, statt sich auf eine allgemeine Sichtprüfung der gesamten Fläche zu beschränken.

Bedeutung für Neubau- und Reparaturprojekte

Für Neubauprojekte ist PSPC inzwischen ein etablierter Bestandteil der Baubeschreibung, an dem sich Werft, Beschichtungshersteller und Bauaufsicht gemeinsam orientieren. Für Reparatur- und Instandsetzungsprojekte an älteren Schiffen dient der Standard häufig als Qualitätsmaßstab, auch wenn er formal nicht rückwirkend für den gesamten Tank gilt.

Wer bei einer Ballasttank-Instandsetzung die PSPC-Prinzipien freiwillig anwendet – definierte Kantenbearbeitung, Streifenbeschichtung, dokumentierte Applikationsbedingungen und lückenlose Schichtdickenmessung – erreicht in aller Regel eine deutlich belastbarere Beschichtung als bei einer reinen Instandsetzung nach Sichtbefund.

Angesichts der eingeschränkten Zugänglichkeit von Ballasttanks im späteren Betrieb ist dieser Mehraufwand während einer geplanten Dockung in der Regel wirtschaftlicher als eine vorzeitige Neubeschichtung wenige Jahre später.

Häufige Fragen

Für welche Schiffsbereiche gilt PSPC?

PSPC gilt für dedizierte Wasserballasttanks sowie für den Doppelseitenraum von Bulkcarriern. Der Standard richtet sich primär an Neubauten, wird aber auch als Qualitätsmaßstab bei Instandsetzungen herangezogen.

Warum verlangt PSPC eine helle Deckfarbe im Ballasttank?

Eine helle Farbe erleichtert spätere Inspektionen, weil Schäden, Rostnarben und beginnende Kantenkorrosion auf hellem Untergrund deutlich besser sichtbar sind als auf einer dunklen Fläche.

Warum spielt der Kantenschliff bei PSPC eine so große Rolle?

Scharfe Kanten lassen sich kaum dauerhaft beschichten, weil dort die Schicht systematisch dünner ausfällt. PSPC verlangt deshalb, Kanten vor der Beschichtung zu brechen, abzurunden oder mehrfach zu schleifen.

Was ist das Coating Technical File?

Es ist eine an Bord mitgeführte Dokumentensammlung zum Ballasttank-Beschichtungssystem, die Produktspezifikation, Applikationsbedingungen und Schichtdickenmessungen enthält und als Referenz für spätere Inspektionen und Garantiefragen dient.

Gilt PSPC automatisch auch für Instandsetzungen an älteren Schiffen?

Formal richtet sich der Standard vor allem an Neubauten. In der Praxis wird er bei hochwertigen Instandsetzungen jedoch häufig freiwillig als Qualitätsmaßstab angewendet.

Welche Bereiche eines Ballasttanks sind besonders schadensanfällig?

Steifenkanten, Stufenausschnitte, Schweißnahtübergänge und schwer zugängliche Ecken zwischen Spanten und Außenhaut gehören zu den Bereichen, an denen Beschichtungsschäden überproportional häufig auftreten.

Wie wird die Schichtdicke im Ballasttank kontrolliert?

Die Schichtdicke wird flächig verteilt gemessen und mit einem statistischen Zielwert verglichen. Systematisch zu dünne Bereiche, vor allem an Kanten und Nähten, führen zur Nachbesserung.


Dieser Beitrag gibt einen fachlichen Überblick über den PSPC-Standard und ersetzt nicht die Prüfung der jeweils aktuellen IMO-Entschließung und der zugehörigen Klassevorschriften im konkreten Projekt.

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